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Herzlich willkommen auf der privaten Website zu einem kleinen Familienprojekt.

Im Jahr 2009 hat mein Vater seine Kindheits- und Jugenderinnerungen aufgeschrieben und zusammen mit einigen Kurzgeschichten in einem Aktenordner abgeheftet. In einem weiteren Aktenordner bewahrte er Familienfotos, alte Briefe und andere Dokumente auf.
Er war der Meinung, dass seine Geschichte niemanden, ausser mich – seine älteste Tochter, interessiert.

Mein Vater ist ein Vertreter der Generation, die als “Kriegskind” den Zweiten Weltkrieg erlebte:
Er wurde im Jahr 1934 geboren und verbrachte seine Kindheit in Asch / Böhmen. Dort erlebte er als Vierjähriger, wie Asch am 3. Oktober 1938 von deutschen Truppen besetzt wurde. Die Besetzung hatte Auswirkungen auf unsere Familie, denn seine Mutter floh über Prag ins englische Exil, wo sie 1941 – mit nur 27 Jahren – verstarb. Von seinem tschechischen Vater, Jaroslav Záruba, hatte mein Vater leider nur ein Foto. So verbrachte er seine Kindheit bei den Großeltern in Asch, bis er seine Heimat 1948, mit 14 Jahren, verließ und mit seinen Großeltern ins bayerische Oberfranken übersiedelte. Trotzdem sagt er, er hatte eine glückliche Kindheit.

Ich gehöre der Generation der 1960-1975 geborenen, sogenannten “Kriegsenkel”, an:
Die Kriegsvergangenheit meiner Familie hat auch bei mir noch Spuren hinterlassen.
Als kleines Kind, mit 5 Jahren, saß ich oft bei der Uroma und kramte in ihrer grauen Pappschachtel mit den alten Bildern herum. Immer wieder fragte ich sie, wer diese oder jene Person auf dem Bild sei und was sie erlebt habe. Auch löcherte ich meinen Vater mit Fragen nach seiner Kindheit. So traurig die Geschichten zum Teil waren, so sehr regten sie auch meine Fantasie an.
Ich war schon immer ein Freund von “Oral History”, dem persönlichen Erleben, Wahrnehmen und Verarbeiten vergangener Ereignisse aus der Sicht von Zeitzeugen.

Im November 2013 hatte ich die Idee, aus dem Material in den Aktenodnern meines Vaters ein kleines Buch für unsere Familie zu erstellen.
An diesem Buch arbeiten wir gerade.